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Die Geschichte der Unfallchirurgie ist letztlich die Geschichte der Chirurgie, da weit vor der Chirurgie der Körperhöhlen die Behandlung von Unfallverletzungen nachweisbar ist. Bereits aus der Steinzeit gibt es Beweise für die erfolgreiche Eröffnung des Schädels. Später war die Unfallchirurgie wesentlich geprägt durch die Kriegschirurgie, wobei die Gliedmaßenamputation als einer der ältesten, mit einem Unfall zusammenhängenden Eingriffe angesehen werden muß.
Die Erfindung der Narkosen 1846 und die Entdeckung der Ursachen der Wundinfektion durch Ignaz Semmelweiß (1818-1865) stellten die Grundlagen für die neuzeitliche Chirurgie und Unfallchirurgie, die erstmals die offene Einrichtung und Stabilisierung eines Knochenbruches unter aseptischen Bedingungen möglich machte.
Ein weiterer Meilenstein für die Unfallchirurgie war die Entdeckung der Röntgenstrahlen 1895, die die Diagnostik und Klassifizierung von Knochenbrüchen und die Kontrolle des Heilverlaufes ermöglichte.
Wesentlicher Wegbereiter der Unfallchirurgie im 20. Jahrhundert war der Wiener Unfallchirurg Lorenz Böhler (1885-1973), dessen Buch "Technik der Knochenbruchbehandlung" die Unfallchirurgie in der ganzen Welt beeinflusste.
Mit der Einführung der Marknagelung durch Gerhard Küntscher 1940 und der Gründung der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO) begann die Ära der modernen Unfallchirurgie.
Die Erforschung der Wund- und Knochenheilungsvorgänge insbesondere auf molekularbiologischer Ebene in den letzten 20 Jahren haben der Unfallchirurgie neue Denkansätze gegeben, woraus in aktueller Zeit der Begriff der "bio-logischen Knochenbruchbehandlung" entstanden ist.
Forschungsziele für das 21. Jahrhundert werden vor allem sein die Entwicklung neuer Techniken zum Ersatz von Gewebedefekten (z.B. Reparation von Gelenkknorpeldefekten), die Perfektionierung der computerunterstützten Chirurgie, die Weiterentwicklung minimalinvasiver Operationsmethoden mit sogenannten "intelligenten" Implantaten und resorbierbaren Materialien sowie die weitere Erforschung der Pathophysiologie des Traumas.
Nicht vergessen werden dürfen auch die Fortschritte des Rettungswesens und der Intensivmedizin, die in Zusammenarbeit mit der modernen Unfallchirurgie vielen schwerverletzten Unfallopfern das Leben gerettet haben.
Am Herz-Jesu-Krankenhaus in Münster-Hiltrup werden mit Ausnahme der operativen Versorgung von Wirbelbrüchen alle modernen Verfahren der Unfallchirurgie einschl. der arthroskopischen Chirurgie der großen Gelenke und mikrochirurgischer Verfahren durchgeführt. Die Unfallchirurgie endet aber nicht mit der Operation der verletzten Extremität, genauso wichtig ist die kompetente und konsequente physiotherapeutische Nachbehandlung, für die hier im Hause ein geschultes Team von Physiotherapeuten zur Verfügung steht. Durch eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Rehabilitationskliniken in der näheren Umgebung Münsters wird für jeden Patienten ein individuelles Nachbehandlungskonzept aufgestellt, das ihm die bestmögliche berufliche und soziale Wiedereingliederung ermöglicht. |
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