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Schilddrüse

 

Die Schilddrüse liegt unter der vorderem Halsmuskulatur Sie besteht aus einem rechten und einem linken Lappen und liegt der Luftröhre unterhalb des Kohlkopfes an. Ihre Bedeutung liegt in der Bildung von Hormonen, die vor allem den Energiestoffwechsel (Grundumsatz) des Körpers beeinflussen.

Während die Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) in der Regel durch medikamentösen Ersatz der Hormone behandelt wird, macht die Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) außer einer medikamentösen Behandlung oder einer inneren Bestrahlung (Radiojodtherapie) häufig eine Operation erforderlich. Die Menge der ausgeschütteten Schilddrüsenhormone ist durch eine spezielle Blutuntersuchung exakt meßbar.

 

Als Kropf (Struma) bezeichnet man jede Vergrößerung der Schilddrüse. Die Umfangzunahme des Organs wird häufig als Engegefühl am Hals oder als Zunahme des Halsumfanges bemerkt. Ein großer Kropf kann durch Druck auf die Nachbarorgane erhebliche Beschwerden verursachen.Schluckstörungen sind Folge einer Einengung der Speiseröhre; Heiserkeit oder häufige Atemnot können aus einer Einengung der Luftröhrenwand resultieren. Beim sogenannten "Tauchkropf" entwickeln sich große Strumaknoten bis hinter das Brustbein (retrosternale Struma).Sie können so eine Einflußstauung des Blutes von Kopf und Hals bewirken.

 

Die häufigste Ursache für die Kropfbildung ist ein Jodmangel im Körper, so zum Beispiel bei erhöhtem Bedarf wie in der Schwangerschaft, aber auch bei ernährungsbedingtem Jodmangel, wie er in den küstenfernen Regionen Deutschlands unterschiedlich gehäuft auftreten kann. Wesentlich seltenere Ursachen sind Entzündungen(Thyreoiditis), Autoimmun-Krankheiten (Basedowstruma) sowie gutartige (Zysten, Adenome) oder bösartige Geschwülste.

 

Die Kropfbildung kann gleichmäßig oder knotenförmig erfolgen.Anzahl und Größe der Knoten oder Zysten sowie die Gesamtgröße der Kropfbildung können in der Ultraschalluntersuchung bestimmt werden. Zur genauen Funktionsprüfung der Schilddrüse wird in aller Regel ein Szintigramm erforderlich. Hier können sogenannte "heiße Knoten" aus überaktivem Schilddrüsengewebe von "kalten Knoten" aus degenerierten oder rein flüssigkeitsgefüllten Bezirken unterschieden werden. Bereits ein einzelner überaktiver Drüsenknoten kann den empfindlichen Regelkreis im Hormonhaushalt durchbrechen und eine dauerhafte Überfunktion verursachen.

 

Als kalte Knoten äußern sich in seltenen Fällen bösartige Wucherungen. Eine genaue Abklärung kann erst durch die Operation mit anschließender mikroskopischer Untersuchung des entfernten Gewebes erfolgen.

 

Alle Operationen an der Schilddrüse werden in einer Allgemeinnarkose durchgeführt. Die Freilegung des Organs erfolgt über einen feinen querverlaufenden Hautschnitt meist im unteren Halsdrittel. Manchmal genügt es, einzelne Kropfknoten auszuschneiden (Enukleation). Andernfalls wird die Schilddrüse bis auf einen kleinen Geweberest entfernt.Die Totalentfernung des Organs ist bei bösartigen Vergrößerungen erforderlich.

 

Durch dünne, in die Wundhöhle eingelegte Drainagen wird das anfallende Wundsekret für 1-2 Tage nach der Operation abgeleitet.Die Wunde wird durch eine feine,unsichtbar, in der Haut verlaufende Naht verschlossen.Da diese Naht vom Körper vollständig aufgelöst wird,muß sie nicht gezogen werden.

 

Der Wundschmerz wird nach der Operation durch die angepaßte Gabe von Schmerzmitteln wirksam behandelt. Die Gabe von Schmerzmitteln über den ersten Tag nach der Operation hinaus ist in der Regel nicht erforderlich. Die erste Nahrungsaufnahme kann bereits am Abend das Operationstages erfolgen und ab dem ersten Tag nach der Operation sind die Patienten meist schon wieder im Stationsbereich mobil.

 

Bei günstigem Heilverlauf können Sie die Klinik bereits nach wenigen Tagen verlassen.

 

Die fehlende Schilddrüsenhormonproduktion im Körper wird durch die medikamentöse Verabreichung eines synthetischen Schilddrüsenhormons vollständig ausgeglichen (Substitution).

 

Die Medikamenteneinnahme ist dann täglich und dauerhaft zu empfehlen. Diese Substitution bewirkt durch die Wiederherstellung eines intakten Regelkreises im Hormonhaushalt den besten Schutz vor einem erneuten Wachstum des Schilddrüsenrestes (Rezidivprophylaxe).

 

Die optimale Nachbehandlung nach einer Schilddrüsenoperation ist in wichtigen Teilbereichen individuell unterschiedlich. Den Behandlungsplan für Sie erstellen wir in enger Zusammenarbeit mit den anderen Spezialisten, vor allem Internisten und Nuklearmedizinern.