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Gallenblase

Die Gallenblase liegt an der Unterseite des rechten Leberlappens. Sie speichert einen Teil der von der Leber gebildeten Gallenflüssigkeit, die durch den Gallengang (über eine mit dem Bauchspeicheldrüsengang gemeinsame Mündung, die sog. Vater'sche Papille) in den Zwölffingerdarm fließt. Die Gallenflüssigkeit ist wichtig für die Verdauung der Nahrung, die Gallenblase selbst ist entbehrlich. Durch die Entfernung der Gallenblase entstehen keine bleibenden Nachteile; eine der Operation folgende Diät ist nicht erforderlich.

 

 

Krankheitsfolgen

 

Durch viele verschiedene Ursachen können sich in der Gallenblase Steine bilden, die zu erheblichen Krankheitsfolgen führen können:

 

In der Gallenblase liegende Steine können die Gallenblasenwand schädigen und zu einer Entzündung führen. Diese kann akut auftreten mit der Gefahr eines Wanddurchbruches mit anschließender Bauchfellentzündung oder chronisch mit Vernarbung und Schrumpfung, wobei dann das Risiko für eine Krebsentstehung erhöht ist.

 

Gelangen Steine in den Gallengang und verklemmen sich dort, kann die Gallenflüssigkeit nicht mehr unbehindert in den Darm abfließen; es kommt zu Koliken und eventuell durch den Rückstau zu einer Gelbsucht. Klemmen Steine in der Vater'schen Papille ein, kann es zusätzlich zu einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen.

 

Selten kommt es auch ohne Steinnachweis zu einer akuten Gallenblasenentzündung, die dann meist einen raschen und schweren Verlauf hat.

 

Auch Polypen der Gallenblase sollten ab einer bestimmten Größe (5 mm) operiert werden, da sie bösartig werden können.

 

Operationsverfahren

 

"Offene" Operation mittels Bauchschnitt

 

Die Bauchhöhle wird durch einen Schnitt unterhalb des rechten Rippenbogens eröffnet. Unter direkter Sicht werden die zur Gallenblase führenden Blutgefäße und der Ausführungsgang der Gallenblase freipräpariert und verschlossen, die Gallenblase wird samt Inhalt komplett entfernt. Meist wird für einige Tage ein Schlauch ("Drain") in die Bauchhöhle eingelegt, damit Sekrete und Wundflüssigkeit abfließen können.

 

Bei Verdacht auf Gallengangssteine wird der Gallengang während der Operation mit Kontrastmittel geröntgt und ggf. zur Steinentfernung eröffnet. In diesem Fall wird dann in der Regel ein kleiner Schlauch ("T-Drain") für etwa eine Woche in den Gallengang eingelegt.

 

Die Dauer des stationären Aufenthaltes beträgt, je nach Schweregrad der Erkrankung, ca. ein bis zwei Wochen.

 

Operation mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie, Knopflochchirurgie)

 

Durch einen kleinen Schnitt im Nabelbereich wird über eine Metallhülse die Bauchhöhle mit Kohlensäuregas aufgefüllt und ein optisches Instrument mit einer Mini-Fernsehkamera eingeführt. Durch (meist drei) kleine Schnitte werden zusätzliche Metallhülsen für die Operationsinstrumente eingebracht. Unter Sicht über einen Bildschirm werden die Blutgefäße und der Gallenblasenausführungsgang freipräpariert und verschlossen. Die Gallenblase wird samt Inhalt komplett über eine der Metallhülsen entfernt. Evt. wird für ein bis zwei Tage ein Drain in die Bauchhöhle eingelegt, damit Sekrete und Wundflüssigkeit abfließen können.

 

Die Dauer des stationären Aufenthaltes beträgt in der Regel drei bis sechs Tage.

 

 

Welches der beiden Operationsverfahren bei Ihnen angewendet wird, werden wir mit Ihnen in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch besprechen.

 

Abbildungen erschienen im DIOmed-Aufklärungssystem; Abdruck mit freundlicher Genehmigung der DIOmed Verlags GmbH, An der Lohwiese 8, D-97500 Ebelsbach

 

Literatur:

1. bei der laparoskopischen Cholecystektomie.

Zentralbl. Chir. 118: 741-745 (1993)

2. Scherf,F.G., Horstmann,R., Joosten, U., Hillejan, L.

Laparoskopische Cholezystektomie beim alten Menschen - eine Analyse des perioperativen Verlaufs

Acta Chir. Austr. Suppl. 114: 87 (1995)