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Herz-Jesu-Krankenhaus eröffnet erste Palliativstation in Münster


 

Ein Akt der Nächstenliebe


Pressemitteilung der Westfälischen Nachrichten vom 23.03.2007 (Von Martina Döbbe)

 


 

Was können wir tun für Patienten, für die man nichts mehr tun kann? Für Menschen, die schwer, ja unheilbar krank sind? Bei denen auch die modernste Hochleistungs-Medizin an Grenzen stößt? Die Frage bewegt Ärzte, Ordens- und Krankenschwestern im Herz-Jesu-Krankenhaus schon lange. Nun können sie eine ganz konkrete Antwort darauf geben: Mit Beginn dieser Woche hat das Hiltruper Haus eine Palliativ-Station eingerichtet.

Ziel ist hier nicht die Lebensverlängerung. Sondern die Verbesserung der Lebensqualität. Der Linderung von oft unerträglichen Schmerzen, formuliert Dr. Wolfgang Clasen den Anspruch des neuen Angebotes. Dem Ärztlichen Direktor und Schwester Josefia Schulte (Gesellschafter-Geschäftsführerin) kam bei der Vorstellung des Projektes der Satz auch so recht von Herzen: Wir sind glücklich über diese Station.

 

Glücklich, weil man unheilbar Kranken in dieser schwierigen Zeit zur Seite stehen könne. Die Ordensschwestern, so betonte Dr. Clasen, hätten sich der Pflege schwerstkranker Menschen immer schon besonders verpflichtet gefühlt. Die Station führe diese christliche Tradition im allerbesten Sinne fort. Denn neben Therapie und Linderung der Beschwerden zähle auch die geistig-spirituelle Begleitung Kranker und ihrer Angehörigen zur sensiblen Palette der Palliativmedizin. Alle Teammitglieder in diesem Bereich sind besonders ausgebildet, wissen um die Ängste und Fragen, die mit Leid, Tod und Sterben untrennbar verknüpft sind.

 

Die neue Station, hell und freundlich, liegt im zweiten Geschoss des Hauses mit direktem Zugang zur Hauskapelle. Wenn dort Gottesdienste oder Konzerte stattfinden, dann können auf Wunsch die Zimmertüren offen stehen, die Bewohner und Besucher können daran teilhaben, freut sich Dr. Clasen über die Verbindung.

 

Sechs Betten stehen auf der Station zur Verfügung, zudem ein gemütliches Wohnzimmer, in dem Angehörige jederzeit willkommen sind. Sie können im Bedarfsfall auch in einem separaten Zimmer übernachten. 200000 Euro hat der Umbau gekostet, eine Summe, bei der sich das Hiltruper Krankenhaus besonders beim Förderverein und der BASF Coatings bedankt. Dr. Georg Bill, Leiter des Werksärztlichen Dienstes, betonte, dass zu einem erfolgreich arbeitenden Unternehmen auch die soziale Verpflichtung gehöre. Dies ist eins unserer wichtigsten Projekte, die wir bisher unterstützt haben. Emotionale Wärme, sich kümmern um Menschen mit Schmerzen und Ängsten: Ein wahrer Akt der Nächstenliebe in einer ansonsten hoch technisierten Medizin, betonte Dr. Bill.

 

Diese für Münster erste Palliativstation sei ein Mosaikstein im gesamten Palliativnetz der Stadt mit ambulanten Diensten und niedergelassenen Ärzten, bekräftigte Berthold Mathias als Geschäftsführer des Krankenhauses.