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Polyneuropathie

Einleitung

Unter Polyneuropathien werden Erkrankungen gezählt, die die peripheren Nerven betreffen. Die peripheren Nerven enthalten motorische, sensible und vegetative Nervenfasern, die das Rückenmark mit den Muskeln, den Sehnen, den Gelenken, Knochen und den inneren Organen verbinden.

Symptome der Polyneuropathie sind somit Kraftminderungen, Sensibilitätsstörungen und vegetative Störungen.

 

Symptome

Die Kraftminderung geht oftmals einher mit einem Rückgang der Muskelmasse, Muskelzuckungen und gehäuften Wadenkrämpfen.

Typische Sensibilitätsstörungen stellen zum Beispiel Symptome wie Kribbeln, Ameisenlaufen, Pelzigkeitsgefühl, aber auch Taubheit und brennende Schmerzen dar.

Zu den vegetativen Symptomen gehören beispielsweise ein vermindertes/erhöhtes Schwitzen, Herzfrequenzschwankungen, Blasenentleerungsstörungen und Durchblutungsstörungen.

 

Untersuchungen

Neben einer ausführlichen klinischen neurologischen Untersuchung gehört auch eine differenzierte Labordiagnostik einschließlich einer Nervenwasseruntersuchung und eine ausführliche Diagnostik im neurophysioloschen Labor mit Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten, Ableitungen der motorisch und sensibel evozierten Potentialen und einer Elektromyographie. 

Abhängig von den Begleitsymptomen und den möglichen Ursachen werden auch urologische oder internistische Untersuchungen ergänzt.

 

Ursachen

Es gibt etwa 300 verschiedene Ursachen einer Polyneuropathie!

Diese können in 4 große Gruppen unterteilt werden:

Entzündliche Polyneuropathie ("Polyneuritis")

z.B. die Neuroborreliose, das Guillain-Barré Syndrom..

Durch Gefäßerkrankungen verursachte Polyneuropathien

z.B. im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung

Durch Medikamente und Alkohol verursachte Polyneuropathien
Durch Hormon- und Stoffwechselstörungen  verursachte Polyneuropathien

z.B. Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Nierenerkrankungen und Vitaminmangel

 

Allein die Hälfte aller Polyneuropathien sind auf die Zuckerkrankheit und Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Bei etwa 15 % aller Polyneuropathien findet sich keine Ursache.

 

Behandlung

Die Therapie der Polyneuropathie ist abhängig von der nachgewiesenen Ursache.

So ist beim Diabetes auf eine gute Zuckereinstellung zu achten und beim Alkoholmissbrauch auf Alkoholabstinenz. Bei entzündlichen Nervengefäßerkrankungen kommt kommt Cortison zum Einsatz und beim Guillain-Barré Syndrom Immunglobuline.

Darüber hinaus werden bei schmerzhaften Missempfindungen unabhängig von der Ursache Medikamente wie Pregabalin oder Amitryptilin eingesetzt.

Ergänzt wird die Behandlung in unserer Abteilung durch Physiotherapie und Ergotherpie.