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Botulinumtoxin-Ambulanz

 

Allgemeines

 

Botulinumtoxin ist ein kompliziert aufgebautes, sehr empfindliches Eiweißmolekül und wird von dem Bakterium "Clostridium botulinum" hergestellt. Die Substanz wird auf natürlichem Wege aus Bakterienkulturen gewonnen und unter großem technischen Aufwand isoliert, getrocknet und in kleinen Glasampullen abgepackt. Arzt und Patient können so sicher sein, dass die vom Hersteller angegebenen Wirkungsstärken eingehalten werden.

 

Das Toxin führt zu einer irreversiblen Hemmung der Acetylcholinausschüttung aus den praesynaptischen Vesikeln und somit einer Unterbrechung der Impulsübertragung vom Nerven auf den Muskel. Es resultieren Lähmungen der quergestreiften, aber auch glatten Muskulatur. Somit können durch Injektion von Botulinumtoxin krankhaft überaktive Muskeln gezielt ruhig gestellt werden.

 

Therapeutisch nutzte das Toxin erstmals der Augenarzt A.B. Scott aus San Francisco zur Behandlung des Strabismus Anfang der 70er Jahre. Zu einer breiteren Anwendung kam es erst zirka 10 Jahre später. So begannen 1982 verschiedene Arbeitsgruppen mit dem Einsatz beim Blepharospasmus und Hemispasmus facialis. Seit 1984 wird Botulinumtoxin auch bei komplexeren Dystonien (z.B. spastischer Schiefhals) eingesetzt.

 

Die Behandlung selbst besteht aus einer Injektion der Substanz von wenigen Millilitern in die betroffenen Muskeln und ist nicht mit Schmerzen verbunden. Die Wirkung setzt innerhalb von wenigen Tagen ein und hält bis zu 4 Monaten an. Unterstützend bedarf es einer intensiven krankengymnastischen und oft auch ergotherapeutischen Behandlung der Betroffenen.

 

Von besonderer Bedeutung ist die Identifizierung der Muskeln, die die Beschwerden auslösen. Hierzu dient die Untersuchung der elektrischen Muskelaktivität durch eine Elektromyographie. Mit dieser Untersuchungstechnik kann festgestellt werden, in welchen Muskeln Überaktivität auftritt und wie stark diese ist.

 

 

Angeboten wird in der Spezialambulanz die Behandlung mit Botulinumtoxin unter anderem für  folgende Erkrankungen:

 

Dystonie
Blepharospasmus (Lidkrampf) und Meige-Syndrom
spastischer Schiefhals (Torticollis spasmodicus oder cervikale Dystonie)
Andere fokale (Schreibkrampf) und segmentale Dystonien
Spasmus hemifacialis
Spastische Tonussteigerungen (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, infantile Cerebralparese...)

 

 

Ablauf der Behandlung

 

Überweisungen an die Spezialambulanz sind von jedem Allgemein- und Facharzt möglich. Die Terminvergabe erfolgt telefonisch oder per e-mail (siehe unten). Vorbefunde und eventuell vorhandene Röntgenbefunde (insbesondere Computertomographie- und Kernspintomographie-Bilder) sollten bei der Erstuntersuchung mitgebracht werden.

 

Während des Erstkontaktes werden eine exakte Krankengeschichte und körperliche neurologische Untersuchung erhoben. Danach wird geklärt, ob weitere apparative oder serologische Untersuchungen notwendig sind und ob die Indikation für einen Behandlungsversuch mit Botulinumtoxin gegeben ist. Schließlich erfolgt eine ausführliche Aufklärung über die vorgesehene Behandlung.

 

Einige Tage nach der Injektion von Botulinumtoxin ist eine telefonische Rückmeldung zur Besprechung des Behandlungserfolges vorgesehen.

 

Die Behandlung mit Botulinumtoxin wird im Rahmen der Indikationen, für die die einzelnen Präparate zugelassen sind, von den Kassen voll übernommen.

 

Ansprechpartner

Dr. med. Pablo Pérez González

Facharzt für Neurologie

Oberarzt

e-mail: perez@herz-jesu-kh-ms.de

Tel.: 02501/17-0

Fax: 02501/17-2515