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Nephrologie

 

Warum muß ich zur Dialyse?

 

Im Jahr 2001 mussten 15.000 Menschen in Deutschland neu mit einer Dialyse beginnen. Damit sind in Deutschland zur Zeit ungefähr 60.000 Menschen in dauernder Dialysebehandlung wegen eines Nierenversagens.

Die häufigste Erkrankung der Nieren, die eine Nierenersatztherapie notwendig macht ist heutzutage die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Ungefähr 40% aller neuen Dialysepatienten leiden an renalen (=die Nieren betreffenden) Spätfolgen der Zuckerkrankheit. Durch die Zuckerkrankheit wird die Filterfunktion beider Nieren derart geschädigt, dass sie  nicht mehr ausreichend den Körper entgiften. Es kommt langsam zu typischen Vergiftungserscheinungen (Urämie) durch normalerweiser ausgeschiedene Schlackenstoffe. Da ein Frühsymptom ein vermehrter Eiweißverlust (Mikroalbuminurie) über die Nieren ist, müssen Diabetiker regelmäßig zur Urinuntersuchung beim Haus- oder Facharzt erscheinen. Meist ist zu diesem Zeitpunkt auch der Blutdruck schon erhöht (der Blutdruck bei Patienten mit Diabetes sollte unter 130/80, bei schon ausgeprägtem Eiweißverlust über die Niere unter 125/75  im Mittel liegen!)

Auch der Bluthochdruck  aus allen anderen Gründen ist eine weitere häufige Ursache von Nierenschwäche (Niereninsuffizienz), die langfristig zur Dialysenotwendigkeit führt. Die Blutgefässe der Nieren sind besonders fein und empfindlich, so dass die dauernde Belastung durch zu hohen Blutdruck hier zu einem Funktionsverlust führt.

Nichteitrige Entzündungen (Glomerulonephritis), Nierenschäden durch übermäßigen Schmerzmittelgebrauch (Analgetikanephropathie) und Zystennieren führen ebenfalls häufig zu einer Nierenschwäche, ebenso wie schwere wiederkehrende Harnwegsinfektionen (Pyelonephritis).

 

Welche Art der Dialyse soll ich wählen?

 

Prinzipiell kommen die Blutwäsche (Hämodialyse) mit einer dreimal wöchentlichen Dialyse über jeweils 4-5 Stunden oder die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse), die zuhause selbständig täglich durchgeführt wird, infrage. Beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile, so dass wir gemeinsam mit Ihnen das für Sie beste Verfahren auswählen.

Nähere Informationen zum Thema: Bauchfell- bzw. Peritonealdialyse.

 

Wie verändert die Dialyse mein Leben?

 

Die Dialyse ist neben der Nierenspende (Transplantation) die einzige Möglichkeit, mit einem chronischen Nierenversagen leben zu können. Natürlich ändert sich das Leben allein durch den zeitlichen Aufwand für die Dialyse beträchtlich, dennoch berichten unsere Patienten durch die jetzt wesentlich bessere körperliche Verfassung über eine ganz neue Lebensqualität. Sogar Urlaub (Feriendialyse) ist möglich und wird gerne gesehen, egal ob Sie Hämodialyse oder Peritonealdialyse machen. Während der Dialyse ergeben sich zwischen unseren Patienten nicht selten Freundschaften, man tauscht seine Erfahrungen und Erlebnisse gerne mit den anderen aus.

 

Wie erhalte ich eine neue Niere (Nierentransplantation)?

 

Im Jahr 2001 erhielten  in Deutschland 2300 Dialysepatienten eine neue Niere. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt ungefähr 6 Jahre. In der Regel handelt es sich um die Nierenspende eines Verstorbenen, aber auch eine Lebendspende eines nahestehenden Menschen oder Verwandten wird heutzutage zunehmend durchgeführt. Hierfür gibt es medizinische und auch rechtlich verbindliche Voraussetzungen, um einen Missbrauch zu verhüten. Wenn irgendwie möglich (es sei denn, es sprechen schwerwiegende medizinische Gründe dagegen) wird jeder unserer Dialysepatienten zur Transplantation angemeldet, wenn er diese Behandlung wünscht. Die notwendigen Vorbereitungen dafür führen wir für Sie durch.